Gänsehaut in der Klosterkirche (Rhein-Neckar-Zeitung)

Junger Kammerchor Rhein-Neckar bot in Lobenfeld ein atemberaubendes Konzert

Lobbach-Lobenfeld. Neben ihren mittelalterlichen Wandbildern beeindruckt die Lobenfelder Klosterkirche mit einer einmaligen Akustik. Davon waren die Sänger des „Jungen Kammerchors Rhein-Neckar“ bei ihrem Konzert auf Einladung des Geistlichen Zentrums wieder begeistert. Passend zu den niedrigen Temperaturen passte ihr Programm mit „Nordischer Chormusik“ vortrefflich.

Den über 100 Zuhörern und dem Chor fiel es nicht schwer, sich in dänische, finnische oder norwegische Schneelandschaften musikalisch zu träumen. Die jungen Sänger hatten in der Mitte des Kirchenschiffs Aufstellung genommen und ließen meditative Choräle von den Emporen erklingen. Die Harmonie wuchs zu einer unvergleichlichen und bewundernswerten Chorinterpretation.

Den Besuchern konnte es warm ums Herz werden, die Seele bekam Flügel.  Man kam zur Ruhe und genoss die vornehmlich geistlichen Lieder in all ihrer Stärke und vielstimmigen Schönheit.  Dies war aber auch Kristina Rudy in ihren Solopassagen zu verdanken. In perfektem Norwegisch intonierte sie Edvard Griegs „Jesus Kristus er opfaren“. Fantastisch diese Stimme, die romantisch, weich und doch so intensiv nordisch erklang und die der Chor ebenso auf hohem Niveau begleitete. Ein fulminanter Einstieg ins gesamte Konzertprogramm, das der junge Mathias Rickert präzise dirigierte. Die Choräle und gesungenen Gebete ließen vor allem beim Gloria, Halleluja, Amen oder beim Glockengeläut ein Gänsehaut-Gefühl aufkommen.

Erstaunlich war auch, dass viele zeitgenössische Komponisten mit ihren Liedern wie etwa Sven-David Sandström vertreten waren. Für die Zuhörer standen die deutschen Übersetzungen im Liedblatt. Zur Erheiterung trug ein norwegisches Volkslied bei und das Stück „Gjendines badnlat“. Ein Chorsatz von Gunnar Eriksson, der auf einem Text von Grieg basiert und vom Chor voller Inbrunst in meditativer Sinnlichkeit dargeboten wurde. In allen Stimmlagen konnte man keine Schwächen erkennen,was bei den kühlen Temperaturen in der Kirche eine große Anstrengung für die Sänger bedeutete. Sie erhielten frenetischen Applaus.